Filter für die Astrofotografie: Welche Filter wann helfen

Kaum ein Zubehör wird in der Astrofotografie so oft gekauft und so oft falsch eingesetzt wie Filter. Ein Filter nimmt Licht weg, nie fügt er welches hinzu. Er lohnt sich nur, wenn er störendes Licht stärker unterdrückt als das Licht des Objekts. Für die wichtigsten Typen lässt sich das klar sagen.

Sperrfilter: UV/IR-Cut

Farbkameras, deren Sensor ohne eingebauten Sperrfilter arbeitet (astromodifizierte Spiegelreflexkameras, viele Astrokameras), brauchen einen UV/IR-Sperrfilter, sonst bilden Refraktoren im Infrarot unscharf ab und Sterne bekommen rote Höfe. Ein Pflichtfilter, kein Gestaltungsmittel.

Nebelfilter: UHC und OIII

Emissionsnebel wie der Orionnebel, der Nordamerikanebel oder die Planetarischen Nebel leuchten in wenigen Spektrallinien: H-Alpha und H-Beta des Wasserstoffs, OIII des Sauerstoffs. Ein UHC-Filter lässt genau diese Linien durch und sperrt den Rest, darunter das meiste Licht von Straßenlampen. Ein OIII-Filter ist noch enger und passt zu Planetarischen Nebeln und Supernova-Überresten. Für Galaxien und Sternhaufen, die im ganzen Spektrum leuchten, sind beide nutzlos.

Schmalband: H-Alpha, OIII, SII

Monochrome Kameras nutzen Schmalbandfilter mit 3 bis 7 Nanometern Bandbreite und nehmen jede Linie einzeln auf. Das funktioniert selbst aus der Stadt und bei Mondlicht und ergibt die bekannten Falschfarbenbilder in der „Hubble-Palette”. Der Preis: lange Belichtungen, drei Filtersätze und ein Filterrad.

Dual-Band-Filter für Farbkameras

Seit einigen Jahren gibt es Filter, die H-Alpha und OIII gleichzeitig durchlassen und sonst sperren. Sie sind die sinnvollste Anschaffung für Farbkameras unter aufgehelltem Himmel und liefern an Emissionsnebeln Ergebnisse, die früher nur mit Monokameras möglich waren.

Planeten und Mond

Für Planetenaufnahmen helfen ein IR-Passfilter (ruhigere Luft im Infrarot, gut für Mond und Saturn) und bei Farbkameras ein UV/IR-Sperrfilter. Farbfilter aus visuellen Zeiten sind für die Kamera überflüssig, die Farbkanäle trennt man am Rechner.

Was man sich sparen kann

„Lichtverschmutzungsfilter” mit breitem Durchlass wirken gegen moderne LED-Straßenlampen kaum noch, weil LEDs breitbandig strahlen. Wer unter einem solchen Himmel fotografiert, ist mit einem Dual-Band-Filter oder mit der Fahrt zu einem dunkleren Platz besser bedient.