Ein einzelnes Rohbild vom Himmel sieht enttäuschend aus: dunkel, flau, verrauscht. Das ist kein Fehler, sondern Absicht. Die Kamera zeichnet alles auf, was da war, ohne es zu verstärken. Was daraus wird, entscheidet die Bearbeitung.
Der erste Schritt ist das Verrechnen der Hilfsaufnahmen. Dunkelbilder werden abgezogen, die Aufnahmen der hellen Fläche gleichen Staub und Randabfall aus. Danach werden alle Bilder aufeinander ausgerichtet, denn auch bei guter Nachführung wandert das Motiv über die Nacht um einige Bildpunkte.
Dann folgt das Stapeln. Die Bilder werden gemittelt, wobei Ausreißer verworfen werden – ein Satellitenstreifen auf einem von vierzig Bildern verschwindet dadurch vollständig. Das Ergebnis ist ein Bild mit deutlich weniger Rauschen, aber immer noch dunkel.
Erst jetzt kommt die Streckung. Die Helligkeitswerte werden ungleichmäßig gedehnt: Dunkles wird stark angehoben, Helles kaum. So treten schwache Nebelteile hervor, ohne dass Sterne zu weißen Klumpen werden. Dieser Schritt ist der schwierigste, weil man ihn in kleinen Portionen und mit Zurückhaltung ausführen muss.
Am Ende stehen Feinheiten: Farbabgleich, leichte Schärfung, Rauschminderung in den dunklen Flächen. Hier ist weniger mehr. Ein Bild, das aussieht, als hätte jemand alle Regler bis zum Anschlag gedreht, verliert genau die Glaubwürdigkeit, die eine gute Aufnahme ausmacht.





