Wer zum ersten Mal Geld in die Hand nimmt, steckt es meist ins Teleskop. Das ist verständlich und meistens falsch. Ein gutes Teleskop auf wackeligem Unterbau liefert schlechtere Bilder als ein einfaches auf einer stabilen Montierung.
Zwei Bauarten sind verbreitet. Die azimutale Montierung bewegt sich hoch und runter sowie links und rechts, wie ein Fotostativ. Sie ist leicht zu verstehen und reicht zum Beobachten. Für lange Belichtungen taugt sie nur mit Zusatzaufwand, weil sich das Bildfeld dabei langsam dreht.
Die parallaktische Montierung ist auf den Himmelspol ausgerichtet. Eine einzige Achse folgt dann der Erddrehung, das Bildfeld bleibt ruhig. Dafür muss sie vor jeder Nacht eingenordet werden. Mit etwas Übung dauert das wenige Minuten, und ohne diese Ausrichtung ist jede längere Aufnahme verloren.
Beim Kauf zählt die Tragkraft. Die Herstellerangabe gilt für das Beobachten; für Fotografie sollte man höchstens zwei Drittel davon belasten. Kamera, Sucherfernrohr, Kabel und Gegengewicht zählen mit. Eine Montierung an ihrer Grenze schwingt bei jedem Windstoß nach, und man sieht es erst am nächsten Morgen im Bild.
Stabil beginnt unten: Ein Stativ auf weichem Rasen sackt langsam ab. Drei feste Platten unter den Beinen oder eine Säule im Garten sind billiger als jede Nachrüstung an der Mechanik.