Mond und Planeten fotografieren

Mond, Jupiter, Saturn und Mars sind die dankbarsten Ziele am Himmel. Sie sind hell genug, dass die Belichtungszeit im Bereich von Sekundenbruchteilen liegt. Die Erddrehung spielt dann kaum eine Rolle, und auch eine einfache Montierung reicht aus.

Der Gegner ist ein anderer: die Luft. Über uns liegen Schichten unterschiedlicher Temperatur, die das Bild verwackeln wie die heiße Luft über einer Straße im Sommer. Astronomen nennen das Seeing. An manchen Abenden steht das Bild ruhig, an anderen tanzt es, obwohl der Himmel klar ist.

Deshalb nimmt man Filme auf statt Einzelbilder. Zwei Minuten Aufnahme bei sechzig Bildern pro Sekunde ergeben über siebentausend Einzelbilder. Ein Programm sortiert sie nach Schärfe, nimmt die besten fünf bis zehn Prozent und rechnet sie übereinander. Das Ergebnis ist schärfer und ruhiger als jedes Einzelbild.

Ein paar Handgriffe entscheiden über das Ergebnis. Das Teleskop sollte eine Stunde vorher draußen stehen, damit es die Außentemperatur annimmt. Der Mond wird am besten nicht bei Vollmond aufgenommen, sondern wenn die Schattengrenze über die Krater läuft – erst dann bekommen die Landschaften Tiefe. Und die Belichtung darf nie so hoch sein, dass helle Stellen weiß ausbrennen.

Bei Jupiter kommt ein Zeitlimit dazu: Der Planet dreht sich so schnell, dass eine Aufnahme nach etwa drei Minuten unscharf wird. Wer länger sammelt, verwischt genau die Details, die er zeigen wollte.