Beobachtungsplatz und Lichtverschmutzung

Kunstlicht ist der größte Feind der Astrofotografie. In der Stadt sind mit bloßem Auge kaum ein paar Dutzend Sterne zu sehen, auf dem Land werden daraus tausende. Der Unterschied im Bild ist noch größer, weil der aufgehellte Himmel selbst mitbelichtet wird und den Kontrast frisst.

Karten der Lichtverschmutzung zeigen, wo es dunkel ist. Oft reicht eine halbe Stunde Fahrt. Wichtig ist nicht nur die Entfernung zur Stadt, sondern die Richtung: Ein Ort südlich der Stadt taugt, wenn das Motiv im Süden steht, weil die Aufhellung dann hinter einem liegt.

Am Platz selbst zählen Kleinigkeiten. Freie Sicht nach Süden, kein Baum in der Zielrichtung, keine Straße, deren Scheinwerfer alle paar Minuten über die Ausrüstung streichen. Ein Feldweg mit fester Fläche ist besser als eine Wiese, die über Nacht durchfeuchtet.

Filter können helfen, aber nicht zaubern. Schmalbandfilter lassen nur einzelne Farben durch, in denen Gasnebel leuchten, und blenden den Rest aus. Bei Nebeln bringt das selbst in der Stadt brauchbare Ergebnisse. Bei Galaxien und Sternhaufen nützt es wenig, denn die leuchten über das gesamte Spektrum – hier hilft nur ein dunkler Himmel.

Wer regelmäßig fotografiert, legt sich zwei bis drei feste Plätze zu und kennt sie mit der Zeit genau: wann welche Richtung frei ist, wo der Wind steht und wie lange es dauert, bis der Tau kommt.