Für den Sternenhimmel gelten diese Einstellungen: manueller Modus, RAW, Blende f/1,4 bis f/2,8, ISO 1600 bis 3200, manueller Fokus auf einen hellen Stern und eine Belichtungszeit passend zur Brennweite, bei 20 mm am Vollformat höchstens etwa 25 Sekunden. Mit Stativ und Selbstauslöser sammeln Sensor und Objektiv genug Licht, ohne dass aus punktförmigen Sternen Striche werden. Gerade die Belichtungszeit entscheidet dabei über Erfolg oder Ausschuss.
Mit diesen Grundeinstellungen werden die Sterne sichtbar
Die Kamera arbeitet im manuellen Modus (M), weil ihre Automatik in der Dunkelheit keine zuverlässige Belichtung findet. Als Dateiformat gehört RAW auf die Speicherkarte: Weißabgleich und Bildrauschen lassen sich danach am PC noch korrigieren, während JPEG Sensordaten verwirft.
| Einstellung | Startwert | Warum er funktioniert |
|---|---|---|
| Modus | Manuell (M) | Blende, ISO und Belichtungszeit bleiben vollständig steuerbar. |
| Dateiformat | RAW | Erhält Reserven für Weißabgleich und Rauschkorrektur. |
| Blende | f/1,4 bis f/2,8 | Die große Blendenöffnung bringt viel Licht auf den Sensor. |
| ISO | ISO 1600 bis 3200 | Das ist für die meisten Kameras ein sinnvoller Einstieg. |
| Weißabgleich | 3800 bis 4200 K, 4000 K als Startwert | Vermeidet den warmen Orangestich künstlicher Lichtquellen. |
ISO 6400 kann an sehr dunklen Standorten und mit modernen Kameras nötig werden. Der Gewinn an Helligkeit kostet jedoch deutliches Bildrauschen und Dynamik. „Tageslicht“ mit 5500 K ist für Nachtaufnahmen zu warm. Weil RAW gewählt wurde, bleibt der Weißabgleich später veränderbar.
Auf dem Stativ wird der Bildstabilisator ausgeschaltet: Seine Gegenbewegung kann Unschärfe erzeugen. Ein 2-Sekunden-Selbstauslöser oder Fernauslöser verhindert zusätzlich den Ruck beim Drücken des Auslösers.
Sternenhimmel fotografieren: Einstellungen für die richtige Belichtungszeit
Ohne Nachführung bewegt sich der Nachthimmel während der Aufnahme weiter. Deshalb hängt die optimale Belichtungszeit direkt von Brennweite und Sensorformat ab. Die bekannte 500er-Regel lautet: 500 geteilt durch das Produkt aus Brennweite und Crop-Faktor. Bei 20 mm am Vollformat ergeben sich 25 Sekunden.
Für moderne Sensoren mit 24 oder mehr Megapixeln ist diese Regel oft zu großzügig. Um runde Sterne zu behalten, sollte der Wert halbiert oder die genauere NPF-Regel verwendet werden. Sie berücksichtigt zusätzlich Pixelgröße und Blende. Ein greifbarer Vergleich: Ein 12-mm-f/2-Objektiv an APS-C liefert nach NPF etwa 18 Sekunden; die 500er-Regel erlaubt 27 Sekunden, bei denen Sternspuren sichtbar werden können.
- Für Vollformat dient 300 geteilt durch Brennweite als vorsichtige Faustformel.
- Bei Crop-Sensoren lautet sie 300 geteilt durch das Produkt aus Crop-Faktor und Brennweite.
- Ohne Nachführung liegen mögliche Zeiten je nach Objektiv etwa zwischen 5 Sekunden bei 85 mm und 25 Sekunden bei 14 mm.
Die 500er-Regel stammt aus der Analogfotografie mit geringerer Auflösung. Sie bleibt ein schneller Startpunkt, ersetzt bei hoher Auflösung aber nicht die Kontrolle der ersten Aufnahme in starker Vergrößerung.
So sitzt der Fokus auch ohne Autofokus
Autofokus wird ausgeschaltet, denn im Dunkeln findet er oft keinen Kontrast und sucht ohne Ende. Im Live-View wird auf einen hellen Stern zehnfach hineingezoomt. Nun den Fokusring langsam bewegen, bis der Stern möglichst klein und punktförmig erscheint. Danach hilft ein Streifen Klebeband, die Schärfe während der Serie nicht versehentlich zu verstellen.
Eine Bahtinov-Maske macht die Prüfung noch präziser: Um einen hellen Stern entsteht ein Kreuzmuster. Sind die drei Linienbündel symmetrisch, stimmt der Fokus. Alternativ lässt sich auf den Mond, eine weit entfernte Lichtquelle oder ein in rund 20 Metern Entfernung angeleuchtetes Objekt scharfstellen.
Das passende Objektiv zeigt mehr vom Nachthimmel
Für Sternenfotos eignet sich ein lichtstarkes Weitwinkel besonders gut: 14 bis 24 mm am Vollformat und eine Anfangsblende von f/2,8, besser noch f/1,4 bis f/1,8. Es nimmt einen großen Bildausschnitt auf und erlaubt vergleichsweise lange Belichtungszeiten.
Ultraweitwinkel von 10 bis 14 mm erlauben ohne Nachführung etwa 25 bis 30 Sekunden, zeigen aber weniger Details der Milchstraße. Mit 35 bis 50 mm treten Details stärker hervor, doch ohne Nachführung bleiben nur ungefähr 5 bis 10 Sekunden. Ein Star Tracker erweitert die Möglichkeiten: Bei 14 bis 35 mm sind ein bis vier Minuten pro Bild möglich, bei Objektiven bis 135 mm entstehen detailreichere Aufnahmen. Ab etwa 300 mm reicht ein einfacher Tracker nicht mehr aus.
Ort und Zeitpunkt entscheiden über die Milchstraße
Der dunkelste Termin liegt rund um Neumond; nur vier bis fünf Nächte im Monat sind dafür besonders geeignet. Weit weg von Städten ist der Himmel wegen geringerer Lichtverschmutzung deutlich besser. Ein höherer Standort wie Berg oder Hügel reduziert die überlagernden Luftschichten und kann die Sicht zusätzlich klären.
In Deutschland ist die Milchstraße von April bis Oktober am besten sichtbar. Ihr hellstes, dichtestes Zentrum steht von Mai bis September über dem Horizont. Im Juni und Juli erreicht sie etwa 57 bis 65 Grad Höhe, doch die astronomische Dunkelheit dauert dann nur rund 45 Minuten bis zwei Stunden. Im September und Oktober erscheint sie früher am Abend, während das Zentrum zunehmend verschwindet. Von Dezember bis Januar bleibt das Zentrum unter dem Horizont.
Mit dem Handy Sterne fotografieren statt nur den Himmel aufzuhellen
Ein Smartphone braucht ein Stativ. Kleinste Bewegung während 10 bis 30 Sekunden Belichtung macht Sterne unscharf. Nachtmodus oder Astrofotografie-Modus können Sterne und die Milchstraße abbilden; beim iPhone wird die volle 30-Sekunden-Belichtung erst freigeschaltet, wenn es ein Stativ erkennt.
Im manuellen oder Pro-Modus sind ISO 800 bis 3200, 20 bis 30 Sekunden und Fokus auf unendlich ein brauchbarer Ausgangspunkt. Ein Fernauslöser oder Bluetooth-Auslöser vermeidet Verwacklungen. Manche Geräte kombinieren automatisch mehrere Aufnahmen: Die Pixel-Reihe erreicht im Astrofotografie-Modus bis zu vier Minuten Gesamtbelichtungszeit; Galaxy-Geräte bieten in Expert RAW manuelle ISO- und Zeitwerte sowie einen Astrofoto-Modus.
Diese Fehler machen Sterne unscharf oder zu Strichen
- Autofokus bleibt aktiv: Er findet kein Ziel, der Stern wird unscharf.
- Bildstabilisator läuft auf dem Stativ: Mikrovibrationen verwischen die Schärfe.
- Die 500er-Regel wird blind übernommen: Crop-Faktor und hohe Auflösung führen sonst zu Sternspuren.
- Long Exposure NR bleibt eingeschaltet: Nach jeder Aufnahme entsteht ein gleich langes Darkframe, die Wartezeit verdoppelt sich.
- Vollmond oder Stadtlicht dominieren: Schwache Sterne und Milchstraße verschwinden im hellen Himmel.
Wenn Sternspuren gewollt sind: Startrails planen
Startrails entstehen entweder aus einer einzigen Belichtung von 30 bis 90 Minuten oder aus einer Serie von 200 bis 400 Einzelbildern mit jeweils 20 bis 30 Sekunden. Die Serie ist flexibler: Der Vordergrund überbelichtet weniger, Bildrauschen sinkt, und Bilder mit Flugzeug oder Windstoß lassen sich aussortieren. Typisch sind ISO 800 bis 3200, f/2,8 bis f/4 und zwei bis drei Stunden Aufnahmedauer. Weil die interne Rauschreduzierung Lücken zwischen den Bildern erzeugt, bleibt sie aus; Darkframes mit Objektivdeckel bei gleicher ISO und Belichtungszeit können später am PC abgezogen werden.
Häufige Fragen
Wie gelingt ein Foto vom Sternenhimmel?
Die Kamera kommt auf ein stabiles Stativ, arbeitet in M und RAW, mit offener Blende, ISO 1600 bis 3200 und manuellem Fokus auf einen hellen Stern. Die Belichtungszeit wird über Brennweite, Crop-Faktor und eine Sichtprüfung der Sterne begrenzt.
Welche Blende und welcher ISO-Wert eignen sich?
Als Start dienen f/1,4 bis f/2,8 und ISO 1600 bis 3200. ISO 6400 ist bei sehr dunklem Himmel möglich, bringt aber starkes Rauschen.
Wie lange lässt sich belichten, ohne dass Sternspuren entstehen?
Bei 20 mm am Vollformat ergibt die 500er-Regel 25 Sekunden. Moderne hochauflösende Kameras benötigen oft kürzere Zeiten oder die NPF-Regel; ohne Nachführung reichen die Werte von etwa 5 Sekunden bei 85 mm bis 25 Sekunden bei 14 mm.
Wie wird der Sternenhimmel gestochen scharf?
Autofokus und Bildstabilisator werden ausgeschaltet. Im Live-View wird ein heller Stern zehnfach vergrößert und der Fokusring auf den kleinsten Punkt eingestellt; eine Bahtinov-Maske kontrolliert die Einstellung.
Wann ist die beste Zeit, um die Milchstraße zu fotografieren?
Rund um Neumond ist der Himmel am dunkelsten. In Deutschland ist die Milchstraße von April bis Oktober gut sichtbar, ihr hellstes Zentrum von Mai bis September.





